Wie ParsToday berichtet, wächst parallel zu verschärften Drohungen gegen Iran der innenpolitische Widerstand gegen eine potenzielle militärische Konfrontation.
Eine neue Umfrage in den USA zeigt, dass eine Mehrheit der Amerikaner dem Urteilsvermögen von Präsident Donald Trump in Fragen des Einsatzes militärischer Gewalt im Ausland nur geringes Vertrauen entgegenbringt. Die am Donnerstag, dem 26. Februar, veröffentlichten Ergebnisse der AP-NORC-Umfrage (Associated Press in Zusammenarbeit mit dem NORC Center for Public Affairs Research) verdeutlichen, dass das Vertrauen in Trumps Entscheidungen im Umgang mit feindlich eingestuften Staaten sowie beim Einsatz militärischer Mittel niedrig ist. Selbst unter Republikanern – insbesondere jüngeren Parteianhängern – bestehen Zweifel an seiner Entscheidungsfähigkeit in sicherheitspolitischen Kernfragen.
Nur etwa drei von zehn erwachsenen US-Bürgern geben an, Trumps Urteilsvermögen beim Einsatz militärischer Gewalt, im Umgang mit rivalisierenden Staaten oder in Fragen eines möglichen Nuklearwaffeneinsatzes „stark“ oder „teilweise“ zu vertrauen. Mehr als die Hälfte behauptet dagegen „kaum“ oder „gar kein“ Vertrauen. Die Befragung wurde zwischen dem 19. und 23. Februar 2026 unter 1.133 Erwachsenen durchgeführt.
Kritik auch auf politischer Ebene
Das Misstrauen beschränkt sich nicht auf die Bevölkerung, sondern ist auch unter führenden US-Politikern – insbesondere innerhalb der Demokratischen Partei – deutlich erkennbar.
Die demokratische Politikerin Kamala Harris erklärte mit Blick auf die Spannungen in Westasien, die amerikanische Bevölkerung wolle keinen weiteren Krieg. „Die Menschen in unserem Land wollen nicht, dass unsere Söhne und Töchter in einen Konflikt entsandt werden, der durch Diplomatie vermeidbar wäre“, so Harris. Sie äußerte Bedenken hinsichtlich einer weiteren Eskalation mit Iran und betonte, dass der Verbündete der USA einen möglichen militärischen Schritt des Präsidenten nicht unterstützte. Eine Schwächung internationaler Allianzen sei nicht im Interesse der nationalen Sicherheit der USA.
Auch der demokratische Senator Chris Van Hollen aus Maryland kritisierte im Zusammenhang mit der Verstärkung der US-Militärpräsenz in Westasien auf Anordnung Trumps die aktuellen Entwicklungen. In einem Beitrag auf der Plattform X erinnerte er an die Erfahrungen des Irakkriegs und fragte: „Haben wir vergessen, was im Irak geschehen ist?“ Er verwies auf die hohen Opferzahlen – mehr als 8.000 getötete Amerikaner sowie Hunderttausende irakische Zivilisten – und auf die immensen Kosten in Milliardenhöhe. „Niemand hat erklärt, wie ein Krieg mit Iran den Vereinigten Staaten nützen würde. Denn er würde es nicht“, so Van Hollen.
Tiefere Ursachen des Misstrauens
Die neue Welle der Kriegsablehnung, die sich auch in aktuellen Umfragen widerspiegelt – weniger als 30 Prozent der Befragten befürworten eine militärische Option gegen Iran –, geht über parteipolitische Differenzen hinaus. Sie wurzelt in einem tieferliegenden Misstrauen gegenüber der Regierung Trump und offenbart eine grundlegende Spaltung in der Bewertung von Krieg und Frieden innerhalb der US-Gesellschaft.
Ein zentraler Kritikpunkt ist die allgemeine Umgehung des Kongresses bei sicherheitspolitischen Grundsatzentscheidungen. Anders als vor dem Irakkrieg, als die Regierung Bush eine breite öffentliche Kampagne zur Legitimation ihres Vorgehens führte, wird Trump vorgeworfen, mögliche Schritte gegen Iran ohne transparente Konsultationen oder Anhörungen im Kongress vorbereitet zu haben. Führende Demokraten wie Gregory Meeks und Adam Smith erklärten, das Weiße Haus habe weder die Zustimmung des Kongresses gesucht noch seine Pläne umfassend dargelegt. Dieses Vorgehen wurde als Ausdruck eines „autokratischen“ Entscheidungsstils kritisiert.
Ein weiterer Faktor ist die anhaltende Skepsis infolge der Kriege in Afghanistan und Irak, die vielfach als „endlose Kriege“ bezeichnet werden. Rund 61 Prozent der Amerikaner betrachten den Irakkrieg rückblickend als schweren Fehler. Vor diesem Hintergrund erscheine die Argumentation der Regierung widersprüchlich: Einerseits werde von einer „vollständigen Zerstörung“ des iranischen Atomprogramms in früheren Operationen gesprochen, andererseits werde ein angeblicher Wiederaufbau desselben Programms als Begründung für neue militärische Schritte herangezogen. Diese Inkonsistenz verstärke das öffentliche Misstrauen.
Hinzu kommt die Sorge vor unabsehbaren regionalen Konsequenzen. Etwa 80 Prozent der Amerikaner äußern Bedenken hinsichtlich einer möglichen Ausweitung des Konflikts und möglicher Vergeltungsmaßnahmen Irans, die US-Truppen und Interessen gefährden könnten. Gleichzeitig rücken wirtschaftliche Probleme und Inflation innenpolitische Prioritäten stärker in den Vordergrund. Viele Bürger sehen die potenziellen Kosten eines weiteren Krieges in Milliardenhöhe im Widerspruch zu ihren nationalen Interessen.
Schließlich zeigt sich auch innerhalb von Trumps politischer Basis ein Riss. Prominente Vertreter der „America First“-Strömung wie Tucker Carlson und Marjorie Taylor Greene kritisieren eine Hinwendung zu militärischen Auslandseinsätzen als Bruch zentraler Wahlversprechen und fordern ein Ende sogenannter „endloser Kriege“. Diese innerparteiliche Kritik verdeutlicht, dass das Misstrauen gegenüber Trump nicht allein auf das demokratische Lager beschränkt ist.

