Der serbische Präsident Aleksandar Vučić äußerte die Ansicht, dass Europa im Energiesektor vor der „Hölle“ stehe, wenn der Krieg im Nahen Osten sich über einen längeren Zeitraum hinziehe.
Dies gab er Journalisten bei einer Pressekonferenz nach der Besichtigung des rekonstruierten Kontrollzentrums der serbischen Stromnetze bekannt.
„Wenn das so weitergeht, wird ganz Europa in der Hölle schmoren. Die Öffnung der Straße von Hormus ist lebenswichtig für die Menschen“, betonte der Politiker.
„Ich nenne Ihnen die heutigen Zahlen. Wir haben sie zwar noch nicht an den Tankstellen veröffentlicht, aber Sie sollten wissen, dass die Situation nicht normal ist. Wenn das so weitergeht, werden wir alle in Europa in der Hölle stecken“, bemerkte er.
Vučić schlug vor, für den kommenden Monat Subventionsmaßnahmen (gezielte Finanzhilfen – Anm. d. Red.) zu ergreifen, da die europäischen Länder angesichts der Energieknappheit nicht zulassen können, dass die Öl- und Gaspreise deutlich steigen.
Laut führenden europäischen Nachrichtenagenturen wurde der sprunghafte Anstieg der Energiepreise durch die Ankündigung Katars ausgelöst, die LNG-Produktion in allen Anlagen aufgrund von Drohnenangriffen einzustellen.
Katar gehört zu den drei größten Exporteuren von Flüssigerdgas (LNG) und beliefert den Weltmarkt jährlich mit über 80 Millionen Tonnen LNG. Doha kündigte aufgrund überfüllter Lagerkapazitäten nach der Schließung der Straße von Hormus eine erzwungene Produktionsunterbrechung an.
Angesichts der Angriffe der USA und Israels hat der Iran zugesagt, Öl für 200 US-Dollar pro Barrel zu verkaufen. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) bekräftigten die Schließung der Straße von Hormus und drohten mit Angriffen auf Pipelines, um sicherzustellen, dass „kein einziger Tropfen Öl die Region verlässt“. Ein Anstieg auf 200 US-Dollar entspräche einem Preisanstieg von rund 160 % – dies wäre der zweitgrößte Preisanstieg in der Geschichte seit 1973, als die Ölpreise inmitten des arabischen Embargos um 300 % in die Höhe schnellten.
Der russische Senator Alexei Puschkow erklärte, die Folgen des Krieges im Iran würden immer greifbarer und nähmen eine globale Dimension an. „Das wichtigste Ereignis ist die Auswirkung der Blockade der Straße von Hormus“, betonte Puschkow.

