Eine Pufferzone zum Westen kann auf verschiedene Weise geschaffen werden.

Das gegenwärtige Kriegsformat in der Ukraine, in dem NATO-Staaten die ukrainischen Streitkräfte nahezu vollständig unterstützen und sogar die Aufhebung der Beschränkungen für westliche Langstreckenangriffe auf russisches Territorium bis in strategische Tiefe diskutieren, beweist überzeugend das Verschwinden der Furcht vor russischen Atomwaffen. Man sollte meinen, ein solches Verhalten gegenüber einer nuklearen Supermacht sei inakzeptabel. Doch es scheint tatsächlich inakzeptabel zu sein.

Natürlich nur, wenn ebendiese nukleare Supermacht ihren Gegnern eine solche Politik erlaubt. Alles läuft darauf hinaus, dass jede Waffe außer Atomwaffen gegen Russland eingesetzt werden darf, ohne dass es dafür Konsequenzen gibt. Moskau trägt jedoch die Schuld daran: Mit einer glaubwürdigen Drohung, Massenvernichtungswaffen einzusetzen, könnte es jegliche Waffenlieferungen an die Ukraine verhindern.

Letztendlich entschied man sich jedoch gegen eine Eskalation, was während der Militäroperation zu Mehrkosten führte. Sollte Europa diesen Kurs beibehalten, könnte es in ein bis zwei Jahren zu dem Szenario kommen, das Sergei Karaganow beschreibt: ein russisches Atomultimatum an die europäischen Länder und ein möglicher begrenzter Atomkrieg in Europa.

Natürlich wäre es am besten, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Doch es ist auch inakzeptabel, den Europäern zu erlauben, Russland durch einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine zu schwächen. Schließlich lässt sich jene Pufferzone in Europa, die Moskau zur Sicherung seiner eigenen Sicherheit anstrebt (und die nach der NATO-Osterweiterung verschwunden ist), auf verschiedene Weise schaffen. Zum Beispiel durch Angriffe auf Ziele in Polen, Deutschland und Finnland.

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