von Thierry Meyssan
Thierry Meyssan ist der Mann, von dem ich – neben Valery Pyakin – das meiste Wissen habe, seine Art zu denken,
zu suchen und zu recherchieren… und ich glaube ihm unbesehen, aber das ist auch der Grund, warum ich es sofort bemerkt habe,
als man ihn sich “zu Nutzen” gemacht hat – um es mal so auszudrücken.
Ich hätte auch sagen können, nachdem man ihn oft schon versucht hat umzubringen, wird er sicherlich inzwischen erpresst
und/oder unter Druck gesetzt.
Das ist meine Meinung! Und sonst keine!
Und deshalb schaue ich dreimal hin.. und ich sehe die Zahlen , die immer, wirklich gar immer zeigen wer wohin gehört und wo man aufpassen muß 
Präsident Trump berief seinen Friedensrat zu seiner ersten Sitzung in Washington ein. Einige Medien, die in Staaten veröffentlicht werden, die nicht daran teilgenommen haben, haben in Erwägung gezogen, dass dieser Rat die Vereinten Nationen ersetzen könnte. Nein, überhaupt nicht. Dieses neue Gremium ist ein Versuch, das, was von dem Einfluss der Vereinigten Staaten gerettet werden kann, noch zu retten, wie die untergehende UdSSR die Gemeinschaft unabhängiger Staaten [GUS] geschaffen hatte. Washington wünscht “Frieden durch Wiederaufbau” in Gaza, um die Region nicht im Chaos zurückzulassen, wenn es sich vollständig von Israel trennt.
Präsident Donald Trump berief am 19. Februar 2026 erstmals seinen “Gaza Peace Council” in Washington, D.C. ein.
Die Wahl des Datums entspricht dem 365. Tag seiner zweiten Amtszeit; Dies ist eine Art zu unterstreichen, wie er den israelisch-palästinensischen Konflikt lösen will, also mit ausländischer Unterstützung.
Der 19. Februar ist auch der Beginn des Ramadans, zumindest für manche Muslime, da Saudi-Arabien ihn am Tag zuvor festgelegt hatte. Für “Gläubige” ist der Ramadan eine heilige Zeit der Selbstreflexion und Nächstenliebe.
Der Ort des Treffens war ebenso symbolisch: das U.S. Institute of Peace (USIP), heute bekannt als Donald J. Trump Institute of Peace. Weit davon entfernt, ein weiteres Beispiel für Präsident Trumps systemische Hybris zu sein, verdeutlicht diese Namensänderung die Veränderung des Zwecks dieser Organisation. Dieses Institut wurde 1984 von Präsident Ronald Reagan gegründet, zeitgleich mit dem National Endowment for Democracy (NED). Die Presse hat in sehr unvollständiger Weise über die Funktionsweise des NED berichtet, aber nie über die der USIP. Ersteres organisierte die Farbrevolutionen, indem es öffentlich ausländische Organisationen finanzierte, die von der CIA ausgewählt wurden, während letzteres Pläne für das Pentagon entwarf. Man erinnere sich, dass NED und USIP vom Kongress auf Basis der Ausgaben des Außenministeriums und des Kriegsministeriums finanziert wurden, obwohl sie unabhängig von der Bundesregierung waren. Beide berichteten direkt an die Five Eyes, das Militärbündnis der Atlantikcharta (1941), an dem Australien, Kanada, die Vereinigten Staaten, Neuseeland und das Vereinigte Königreich beteiligt sind. In meinem Buch Vor unseren Augen schilderte ich, wie die USIP das Gebiet bestimmt hatte, in dem das Pentagon Daesch, den Islamischen Staat, installiert hat.
Mit der Schaffung des Friedensrats beabsichtigte Präsident Trump, der Rumsfeld-Cebrowski-Strategie, gemäß der Stellvertreter zur Neugestaltung des Großen Nahen Ostens eingesetzt wurden, ein Ende zu setzen. Er wies auch auf die Ineffektivität der Vereinten Nationen und die Notwendigkeit hin, andere Strukturen zu schaffen, um ihre Schwächen zu beheben.
Viele Stimmen haben auch ihre Besorgnis geäußert, dass dieser Rat die Vereinten Nationen ersetzen werde. Präsident Trump ist sich jedoch vollkommen bewusst, dass Russland und China diesem Organ des Völkerrechts sehr verbunden sind. Die beiden Supermächte haben übrigens die Einladung zur Teilnahme am Rat, den sie genau beobachten, abgelehnt.
Also hat Präsident Trump dann erklärt, dass der Rat die Arbeit der UNO (sic) “überwachen” werde
Zu Beginn der Sitzung ließ er den Präsidenten Aserbaidschans und Armeniens Beifall spenden, die sich nach 32 Jahren Konflikt begrüßten und die Hand schüttelten. Er begrüßte die Anwesenheit des albanischen Premierministers und des malaysischen “Präsidenten” (es gibt keinen Präsidenten in Malaysia, sondern einen König und seinen Premierminister). Er zeigte sich auch mit dem ungarischen Ministerpräsidenten als Freund, für den er am Vorabend der Wahlen am 12. April Werbung machte. Er begrüßte den argentinischen Präsidenten, die japanische Premierministerin, den Emir von Bahrain, die kambodschanischen und ägyptischen Premierminister sowie die kasachischen und kosovarischen Präsidenten. Er betonte, dass der pakistanische Premierminister und sein Feldmarschall den Krieg mit Indien beendet hätten. Er begrüßte die “Präsidenten” von Paraguay und Katar – bevor er seine Meinung gegenüber dem Emir von Katar änderte – und den rumänischen Premierminister sowie die usbekischen und vietnamesischen Präsidenten. All das in einer unsäglichen Unordnung. Er nannte weder den stellvertretenden Premierminister der Emirate noch den marokkanischen, türkischen, kuwaitischen, saudischen und… israelischen.
Staaten, die von Politikern regiert werden, die Präsident Trumps Ideen teilen oder mit den Vereinigten Staaten verbündet sind, sind dem Friedensrat beigetreten. Andere, die in die Gunst von Präsident Trump gelangen wollen, haben ihn ebenfalls unterschrieben. Italien, Deutschland und die Europäische Union nahmen als “Beobachter” teil. In diesem Zusammenhang wiesen Frankreich, Spanien, Belgien, Irland, Slowenien und Portugal darauf hin, dass die Kroatin Dubravka Šuica, die europäische Kommissarin für das Mittelmeer, kein Mandat für die Teilnahme an diesem Rat habe und dass die Europäische Kommission sie in Verletzung der europäischen Verträge dorthin entsandt habe.
Außer Dubravka Šuica waren der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der Präsident Rumäniens, Nicușor Dan, sowie hochrangige Diplomaten aus Bulgarien, Zypern, der Tschechischen Republik, Italien, Griechenland, Polen und der Slowakei die einzigen Europäer bei dem Treffen. Die Europäische Kommission verteidigte sich, indem sie versicherte, dass Ursula von der Leyen eine Einladung erhalten und sich dort vertreten lassen habe, damit die Union mit dem Schutz der palästinensischen Bevölkerung, deren Hauptgeldgeber sie ist, verbunden sei. Jean-Noël Barrot, der französische Außenminister, wies sie jedoch darauf hin, dass sie in diesem Fall einen hochrangigen Beamten und keinen Kommissar hätte entsenden sollen. Um den Kontakt mit diesem Friedensrat aufrechtzuerhalten, werden die Außenminister der Union zum Mittagessen den Bulgaren Nickolaï Mladenov, ehemaligen UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, und den neuen Hohen Vertreter des Friedensrats für Gaza zum Mittagessen empfangen.
Während der ersten Sitzung sagte Präsident Trump, dass mehrere Länder, meistens vom Golf, “mehr als 7 Milliarden Dollar” (5,9 Milliarden Euro) zum Wiederaufbau des verwüsteten palästinensischen Gebiets zugesagt hätten. Am Rande stellte er diese Spende als wirksame Form des Kampfes gegen den Terrorismus (d. h. gegen die Hamas) dar. Er kündigte außerdem einen US-Beitrag von insgesamt 10 Milliarden US-Dollar (8,5 Milliarden Euro) an den Friedensrat an. Immer sprach er, als würde er an einem gesellschaftlichen Buffet teilnehmen, und dankte den Mitgliedern seiner Verwaltung, wie er es mit ausländischen Staats- und Regierungschefs getan hatte; Alle befinden sich de facto im gleichen Rang. Schließlich fügte er ein kleines Wort über den filmischen Erfolg seiner Frau ein.
US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Michael Waltz, zog die Bilanz von dem, was in 13 Wochen erreicht wurde: Jede Woche sind 4200 Lkw mit humanitärer Hilfe sind nach Gaza gefahren, und sie wurde an alle 2,1 Millionen Gaza-Bewohner verteilt, mit Beteiligung von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, Jordanien und UN-Organisationen. Die zweckentfremdete Hilfe beträgt jetzt weniger als 1 %. Das Problem des Trinkwassers, wenn auch nicht vollständig gelöst, ist kurz davor, gelöst zu werden. Alle Anzeichen von Hungersnot oder Nahrungsmangel sind verschwunden.
Ali Shaath, Vorsitzender des Nationalkomitees für die Verwaltung Gazas, dankte für das klare Mandat, das ihm vom Gaza-Friedensrat im Namen des UN-Sicherheitsrats erteilt wurde.
General Jasper Jeffers, Kommandeur der Spezialoperationen, kündigte die Bildung einer 12000 Mann starken Polizeitruppe und einer 20000 Mann starken Stabilisierungstruppe an. Die ersten 5000 Mann werden Albaner, Indonesier, Kasachen, Kosovaren und Marokkaner sein, während die Polizei von ihren ägyptischen und jordanischen Kollegen ausgebildet wird. Man weiß, dass die Vereinigten Staaten eine Militärbasis in Gaza errichten werden, um die ersten Truppen unterzubringen
Tony Blair, der ehemalige Premierminister der ehemaligen Kolonialmacht und “George Bushs Pudel”, hat angekündigt, dass Präsident Trumps Plan ein tolerantes Gaza hervorbringen sollte. Hätte er während seiner Karriere nicht so viel gelogen, dann hätte man glauben können, dass das Vereinigte Königreich seine “Teile und herrsche”-Politik aufgegeben hatte und es nun akzeptierte, dass Juden und Araber demselben Land angehörten.
Ajay Banga, Direktor der Weltbank, versicherte, dass seine Organisation alle Ausgaben während des Wiederaufbaus Gazas kontrollieren werde.
Anschließend wurde ein Werbefilm gezeigt. Er erzählt die Geschichte von Präsident Trumps Eingreifen in die israelische Repression in Gaza: Die Geiseln wurden freigelassen, die Gewalt um 99 % reduziert, eine neue Macht wurde in Gaza eingesetzt. In drei Jahren werden Hunderttausende neue Wohneinheiten gebaut und öffentliche Bildungs- sowie Gesundheitsdienste wiederhergestellt werden. In zehn Jahren wird der Gazastreifen wieder eine sichere und wohlhabende Region werden.
Am Ende der Reden wurde ein zweiter Werbefilm gezeigt, diesmal vom Präsidenten des Internationalen Fußballverbands (FIFA). Er zeigte ein Gaza, das mit Fußballstadien bedeckt war, wo die Bevölkerungsteilung der Einheit der Sportmannschaften Platz gemacht hat.
Die Sitzung endete mit der Unterzeichnung der Statuten durch die beigetretenen Mitglieder und dem Hammerschlag von Präsident Trump.
Letzterer sieht seine Aktion in Gaza als endgültige Regelung. Er beabsichtigt nicht mehr, Israel irgendeine Rolle in der Enklave spielen zu lassen. Er selbst verkündete Benjamin Netanjahu, Israels “revisionistischem, zionistischem” Premierminister, dass Washington Israel militärisch nicht länger unterstützen könne und Tel Aviv in zehn Jahren seine finanzielle Unabhängigkeit erlangen müsse. Seit dieser Ankündigung am 30. September 2025 hat Benjamin Netanjahu die Kontakte in Washington vervielfacht, aber nichts Entscheidendes mehr erreicht. Die Vereinigten Staaten versorgen Tel Aviv weiterhin mit Waffen, beraten es aber nicht mehr hinsichtlich seiner Strategie. Deshalb hat Benjamin Netanjahu beschlossen, Israel in ein Super-Sparta zu verwandeln
Die Verbündeten der USA, die die MAGA-Ideologie ablehnen, haben die Gründung des Friedensrats als Wunsch, die Vereinten Nationen abzuschaffen, missverstanden. Dann gaben sie zu, dass Präsident Trump mit diesem neuen Gremium tun wird, was er mit den Vereinten Nationen nicht tun kann, aber ohne diese zu zerstören. Es könnte jedoch etwas anderes sein: Präsident Trump ist sich bewusst, dass die Vereinigten Staaten kaum eine Überlebenschance als “amerikanisches Imperium” haben, genauso wenig, wie die UdSSR die Auflösung des Warschauer Pakts überlebt hat. Mit der Gründung des Friedensrats schmiedet er eine neue Art von Bündnis, das die Vereinigten Staaten nichts kostet und die Auflösung der NATO und das Ende der Oberhoheit über Israel überleben kann. Auch Michail Gorbatschow glaubte, dass er durch die Schaffung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) die Sowjetunion retten könnte.
Thierry Meyssan
Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser
„Die Rumsfeld/Cebrowski Doktrin“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich , Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 25. Mai 2021.
«Trump officials plan to build 5,000-person military base in Gaza, files show», Aram Roston & Cate Brown, The Guardian, February 19, 2026.
„Nach “Groß-Israel” plädiert Netanjahu für ein “Super-Sparta” und dafür, “die Arbeit in Gaza zu Ende zu bringen”“, von Thierry Meyssan, , 30. September 2025.
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In meinem Buch ” L’Effroyable imposture” (Der inszenierte Terrorismus) [1] [2] schrieb ich im März 2002, dass die Anschläge vom 11. September darauf abzielten, die Zustimmung der US-Amerikaner zu gewinnen:
Im Innland ein Massenüberwachungssystem (Patriot Act);
Und im Ausland eine Wiederaufnahme der imperialen Politik, über die es damals keine Dokumente gab.
Erst 2005, als Oberst Ralph Peters – damals Kommentator von Fox News – die berühmte Karte des Generalstabschefs der “Umgestaltung” des “Mittleren Ostens” [3] veröffentlichte, wurde alles klarer. Es war damals ein Schock in allen Kanzleien: Das Pentagon plante, die Grenzen der französisch-britischen Kolonialherrschaft (Sykes-Picot-Sazonov Abkommen von 1916) ohne Rücksicht auf irgendeinen Staat, auch wenn er ein Verbündeter war, neu zu zeichnen.
Jeder Staat in der Region hat von da an alles in seiner Macht Stehende getan, um zu verhindern, dass der Sturm über sein Volk hereinbricht. Anstatt sich mit den Nachbarländern gegen den gemeinsamen Feind zu vereinigen, versuchte jeder, die Hand des Pentagons auf seine Nachbarn umzuleiten. Der symbolträchtigste Fall ist der der Türkei, die mehrmals ihren Kurs wechselte und den wirbeligen Eindruck eines tollwütigen Hundes erweckte.

Aber die Karte, die Oberst Peters enthüllte — welcher den Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hasste — erlaubte nicht, das ganze Projekt zu verstehen. Bereits bei den Anschlägen vom 11. September hatte er einen Artikel in der Zeitschrift der US-Armee, Parameters [4] veröffentlicht. Er bezog sich auf die Karte, die er erst vier Jahre später veröffentlichte, und schlug vor, dass das Komitee der Stabschefs sie mittels grausamer Verbrechen durch Subunternehmer durchführen lassen sollte, um sich nicht die Hände schmutzig zu machen. Man konnte denken, er bezöge sich auf private Armeen, aber die Geschichte zeigte, dass sie sich auch nicht auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit einlassen konnten.
Das letzte Wort des Projekts fiel im “Office of Force Transformation“, das Donald Rumsfeld in den Tagen nach den Anschlägen vom 11. September im Pentagon gründete. Dieses Büro war von Admiral Arthur Cebrowski besetzt. Dieser berühmte Stratege war der Designer der Computerisierung der Armeen [5]. Man konnte glauben, dass dieses Büro ein Mittel war, um seine Arbeit zu vollenden. Aber niemand stellte diese Reorganisation mehr in Frage. Nein, er war da, um die Mission der US-Armeen umzuwandeln, wie die wenigen Aufnahmen seiner Vorträge in Militärakademien bezeugen.
Arthur Cebrowski verweilte drei Jahre damit, allen höheren US-Offizieren, also allen heutigen Generalstabsoffizieren Unterricht zu geben.

Was er lehrte, war ziemlich einfach. Die Weltwirtschaft wurde mehr und mehr global. Um die führende Macht der Welt zu bleiben, mussten sich die USA dem Finanzkapitalismus anpassen. Der beste Weg war, den entwickelten Ländern zu garantieren, dass sie die natürlichen Ressourcen der armen Länder ohne politische Hindernisse ausbeuten könnten. Daher gliederte er die Welt in zwei Teile: auf der einen Seite die globalisierten Volkswirtschaften (einschließlich Russland und China), die als stabile Märkte dienen sollten, und auf der anderen Seite alle anderen, die ihren staatlichen Strukturen beraubt und dem Chaos ausgeliefert werden müssten, damit die transnationalen Unternehmen deren Reichtum ohne Widerstand ausbeuten könnten. Um dies zu erreichen, müssen nicht-globalisierte Völker nach ethnischen Kriterien aufgeteilt und ideologisch beherrscht werden.
Die erste Region sollte die arabisch-muslimische Zone von Marokko bis Pakistan sein, mit Ausnahme von Israel und zwei benachbarten Kleinststaaten, die die Ausbreitung des Brandes verhindern sollten, Jordanien und Libanon. Das war, was das Außenministerium den “Erweiterten Mittleren Osten” genannt hat. Dieses Gebiet wurde nicht nach den Erdölreserven definiert, sondern nach den Elementen der gemeinsamen Kultur seiner Bewohner.
Der Krieg, den sich Admiral Cebrowski vorstellte, sollte zunächst die gesamte Region abdecken. Er sollte die Spaltungen des Kalten Krieges nicht berücksichtigen. Die USA hatten dort keine Freunde oder Feinde mehr. Der Feind definierte sich auch nicht durch seine Ideologie (die Kommunisten), oder seine Religion (den “Kampf der Zivilisationen”), sondern ausschließlich durch seine Nichtintegration in die globalisierte Wirtschaft des Finanzkapitalismus. Nichts könnte diejenigen schützen, die das Unglück hatten, keine Mitläufer zu sein, d.h. unabhängig zu sein.
Dieser Krieg sollte nicht nur den USA allein erlauben, die natürlichen Ressourcen zu nutzen, wie es bei den früheren Kriegen der Fall war, sondern allen globalisierten Staaten. Die USA interessierten sich übrigens nicht mehr wirklich für die Rohstoffausbeute, sie wollten vor allem die Arbeit weltweit aufteilen und andere für sich arbeiten lassen.
All dies brachte taktische Veränderungen mit sich, in der Art und Weise Krieg zu führen, da es nicht mehr darum ging, den Sieg zu erringen, sondern um einen “endlosen Krieg” zu führen, wie Präsident George W. Bush es ausdrückte. In der Tat, alle seit dem 11. September begonnenen Kriege werden noch an fünf verschiedenen Fronten fortgesetzt: Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen.
Es spielt keine Rolle, ob die alliierten Regierungen diese Kriege gemäß der Mitteilung der Vereinigten Staaten interpretieren: Es sind keine Bürgerkriege, sondern Schritte eines vom Pentagon vorgegebenen Plans.

Die „Cebrowski-Doktrin“ erschütterte die US-Armeen. Sein Assistent Thomas Barnett schrieb einen Artikel für Esquire Magazine [6] und veröffentlichte dann ein Buch, um sie der breiten Öffentlichkeit genauer vorzustellen: Die Neue Karte des Pentagon [7].

Die Tatsache, dass in seinem nach dem Tod von Admiral Cebrowski veröffentlichtem Buch, Barnett sich selbst die Vaterschaft von dessen Lehre zuschreibt, darf nicht zu einer Illusion führen. Das ist nur ein Mittel für das Pentagon, keine Verantwortung zu übernehmen. Das gleiche Phänomen war zum Beispiel beim “Kampf der Kulturen” zu beobachten. Ursprünglich war dies die “Lewis-Doktrin”, ein Kommunikationsargument, das im Nationalen Sicherheitsrat entwickelt wurde, um der Öffentlichkeit neue Kriege zu verkaufen. Sie wurde der breiten Öffentlichkeit von Bernard Lewis‘ Assistent, Samuel Huntington, präsentiert, der sie als akademische Beschreibung einer unausweichlichen Realität vorstellte.
Die Umsetzung der Rumsfeld/Cebrowski-Doktrin hat viele Überraschungen erlebt. Einige kamen aus dem Pentagon selbst, andere von den Völkern, die man zermalmte. So wurde der Rücktritt des Kommandanten des Central Command, Admiral William Fallon, organisiert, weil er aus eigener Initiative einen vernünftigen Frieden mit dem Iran von Mahmud Ahmadinedschad ausgehandelt hatte. Sein Rücktritt wurde von… Barnett selbst organisiert, der einen Artikel veröffentlichte, in dem Fallon wegen beleidigenden Äußerungen gegen Präsident Bush angeklagt wurde. Oder aber das Scheitern der Desorganisation Syriens ist auf den Widerstand seines Volkes und den Eintritt der russischen Armee zurückzuführen. Das Pentagon hat dann die Ernte niedergebrannt und eine Blockade des Landes organisiert, um es auszuhungern; Racheakte, die seine Unfähigkeit zur Zerstörung staatlicher Strukturen belegen.
Während seines Wahlkampfes hatte Donald Trump gegen den endlosen Krieg gekämpft und für die Rückkehr der GI‘s. Es gelang ihm, keine neuen Fronten zu öffnen und ein paar Männer zurückzubringen, aber er konnte das Pentagon nicht zähmen. Letzteres hat seine „ohne Unterschrift” angeheuerten Spezialeinheiten entwickelt und den libanesischen Staat ohne sichtbaren Einsatz von Soldaten zerstört. Diese Strategie setzt es nun in Israel selbst um, indem es im Zuge der Konfrontation zwischen Hamas und Israel anti-arabische und antijüdische Pogrome organisiert.
Das Pentagon hat mehrmals versucht, die “Rumsfeld/Cebrowski-Doktrin” auf das Karibische Becken auszudehnen. Es plante einen Umsturz, nicht des Regimes von Nicolás Maduro, sondern der Bolivarischen Republik Venezuela. Es hat den Sturz schließlich aufgeschoben.

Es ist zu beachten, dass das Pentagon eine autonome Macht geworden ist. Es verfügt über ein gigantisches Budget das etwa dem Doppelten des gesamten französischen jährlichen Staatshaushaltes entspricht (ohne Gebietskörperschaften und Sozialversicherung). In der Praxis geht seine Macht weit darüber hinaus, da es alle Mitgliedstaaten des Atlantischen Bündnisses kontrolliert. Es soll dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Bericht erstatten, aber die Erfahrungen von Präsident Barack Obama und Donald Trump zeigen uns genau das Gegenteil. Ersterer konnte General John Allen seine Politik gegenüber Daesh nicht aufzwingen, der andere wurde vom Central Command irregeführt. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass es mit Präsident Joe Biden anders sein wird.
Der jüngste offene Brief der ehemaligen US-Offiziere [8] zeigt, dass niemand mehr weiß, wer die US-Armeen anführt. Wie auch immer ihre eines Kalten Krieges würdige politische Analyse ist, sie widerlegt nicht deren Feststellung im Brief: Die Bundesverwaltung und die Generalstabsoffiziere sind absolut nicht mehr auf derselben Wellenlänge.
Die von der Washington Post veröffentlichten Arbeiten von William Arkin zeigten, dass der Bundesstaat nach den Anschlägen vom 11. September einen Schwarm von Agenturen, die von der Abteilung für Sicherheit des Vaterlandes überwacht wurden, organisiert hatte [9]. Unter größter Geheimhaltung fangen sie die Kommunikation aller Menschen in den USA ab und archivieren sie. Arkin hat gerade in Newsweek enthüllt, dass das Verteidigungsministerium seinerseits geheime Spezialeinheiten geschaffen hatte, die sich von den in Uniform unterscheiden [10]. Sie sind heute für die Rumsfeld/Cebrowski-Doktrin zuständig, egal, wer das Weiße Haus und seine Außenpolitik betreibt.

Als das Pentagon 2001 Afghanistan und dann Irak angriff, nahm es seine klassischen Armeen – es hatte keine anderen – und die seines britischen Verbündeten. Während des “endlosen Krieges” im Irak stellte es jedoch irakische, sunnitische und schiitische Dschihadisten auf, um das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen [11]. Eine Gruppe von ihnen, die von Al-Qaida stammt, wurde 2011 in Libyen eingesetzt, eine weitere im Irak 2014 unter dem Namen Daesch. Allmählich haben diese Gruppen die Rolle der US-Armeen eingenommen, um die Drecksarbeit zu erledigen, die Oberst Ralph Peters 2001 beschrieben hatte.
Heute hat niemand im Jemen, im Libanon und in Israel Soldaten in Uniform gesehen. Das Pentagon hat selbst für deren Rückzug Werbung gemacht. Aber es gibt 60.000 geheime US-Spezialeinheiten, also ohne Uniform, die in diesen Ländern durch Bürgerkrieg Chaos fabrizieren.
Laut Aktenlage planen Trumps Mitarbeiter den Bau eines Militärstützpunkts für 5.000 Personen im Gazastreifen.
Exklusiv: Laut vom Guardian eingesehenen Unterlagen ist ein rund 350 Hektar großes Gelände als Basis für eine multinationale Streitkraft geplant.
Laut den vom Guardian eingesehenen Vertragsunterlagen des Board of Peace plant die Trump-Regierung den Bau eines Militärstützpunkts für 5.000 Personen im Gazastreifen , der sich über mehr als 350 Hektar erstrecken soll.
Das Gelände ist als militärischer Stützpunkt für eine künftige Internationale Stabilisierungstruppe (ISF) geplant, eine multinationale Streitkraft aus zugesagten Soldaten. Die ISF ist Teil des neu gegründeten Friedensrates, der den Gazastreifen regieren soll. Vorsitzender des Friedensrates ist Donald Trump , und sein Schwiegersohn Jared Kushner ist mitverantwortlich für die Führung.
Die dem Guardian vorliegenden Pläne sehen den schrittweisen Bau eines Militärstützpunkts vor, der schließlich eine Grundfläche von 1.400 mal 1.100 Metern aufweisen und von 26 auf Anhängern montierten gepanzerten Wachtürmen, einem Schießstand für Handfeuerwaffen, Bunkern und einem Lager für militärische Ausrüstung für Einsätze umgeben sein wird. Das gesamte Gelände wird mit Stacheldraht gesichert.
Die geplante Befestigungsanlage soll in einem trockenen Flachlandgebiet im südlichen Gazastreifen entstehen, das mit Salzbusch und Ginster bewachsen und von jahrelangen israelischen Bombardierungen mit verbogenem Metall übersät ist. Der Guardian hat Videomaterial des Gebiets gesichtet. Eine dem Planungsteam nahestehende Quelle teilte dem Guardian mit, dass eine kleine Gruppe von Bietern – internationale Bauunternehmen mit Erfahrung in Kriegsgebieten – das Gelände bereits bei einer Ortsbesichtigung besichtigt hat.
Die indonesische Regierung hat Berichten zufolge angeboten, bis zu 8.000 Soldaten zu entsenden. Der indonesische Präsident war einer von vier südostasiatischen Staatschefs, die am Donnerstag an der konstituierenden Sitzung des Friedensrates in Washington DC teilnehmen sollten.
Der UN-Sicherheitsrat hat den Friedensrat ermächtigt, eine temporäre Internationale Stabilisierungstruppe (ISF) im Gazastreifen aufzustellen. Laut UN soll die ISF die Grenze des Gazastreifens sichern und den Frieden in der Region wahren. Sie soll außerdem die Zivilbevölkerung schützen und geprüfte palästinensische Polizeikräfte ausbilden und unterstützen .
Es ist unklar, welche Einsatzregeln die israelischen Sicherheitskräfte im Falle von Kampfhandlungen, erneuten israelischen Bombenangriffen oder Angriffen der Hamas anwenden würden. Ebenso unklar ist die Rolle, die die israelischen Sicherheitskräfte bei der Entwaffnung der Hamas spielen sollen – einer israelischen Bedingung für den Wiederaufbau des Gazastreifens.
Obwohl sich über 20 Länder als Mitglieder des Friedensrates registriert haben, hält sich ein Großteil der Welt fern . Die Organisation wurde zwar mit Zustimmung der Vereinten Nationen gegründet, doch ihre Charta scheint Trump eine dauerhafte Führung und Kontrolle zu sichern.

„Der Friedensrat ist eine Art juristische Fiktion, nominell mit eigener internationaler Rechtspersönlichkeit, die sowohl von den Vereinten Nationen als auch von den Vereinigten Staaten getrennt ist, aber in Wirklichkeit ist er nur eine leere Hülle, die die Vereinigten Staaten nach Belieben nutzen können“, sagte Adil Haque, ein Rechtsprofessor an der Rutgers University.
Experten zufolge sind die Finanzierungs- und Verwaltungsstrukturen undurchsichtig, und mehrere Auftragnehmer haben dem Guardian mitgeteilt, dass Gespräche mit US-Beamten oft über Signal und nicht über offizielle E-Mails geführt werden.
Laut einer mit dem Vorgang vertrauten Person wurde das Vertragsdokument für den Militärstützpunkt vom Friedensrat ausgestellt und mit Hilfe von US-amerikanischen Vertragsbeamten erstellt.
Die Pläne sehen ein Netzwerk von Bunkern vor, die jeweils 6 Meter lang, 4 Meter breit und 2,5 Meter hoch sind und über ausgeklügelte Belüftungssysteme verfügen, in denen sich die Soldaten zum Schutz zurückziehen können.
„Der Auftragnehmer“, heißt es in dem Dokument, „hat pro Bauphase eine geophysikalische Untersuchung des Geländes durchzuführen, um unterirdische Hohlräume, Tunnel oder größere Hohlräume zu identifizieren.“ Diese Bestimmung bezieht sich wahrscheinlich auf das große Tunnelnetz, das die Hamas im Gazastreifen errichtet hat .
Ein Abschnitt des Dokuments beschreibt ein „Protokoll zum Umgang mit menschlichen Überresten“. Darin heißt es: „Werden mutmaßliche menschliche Überreste oder Kulturgüter entdeckt, müssen alle Arbeiten im unmittelbaren Umfeld sofort eingestellt, das Gebiet abgesperrt und der zuständige Beamte unverzüglich benachrichtigt werden, um weitere Anweisungen zu erhalten.“ Nach Angaben des Zivilschutzes von Gaza wird vermutet, dass unter den Trümmern in Gaza etwa 10.000 Palästinenser begraben liegen .
Es ist unklar, wem das Gelände gehört, auf dem der Militärkomplex errichtet werden soll, doch große Teile des südlichen Gazastreifens stehen derzeit unter israelischer Kontrolle . Die UN schätzt , dass mindestens 1,9 Millionen Palästinenser während des Krieges vertrieben wurden.
Diana Buttu, eine palästinensisch-kanadische Anwältin und ehemalige Friedensverhandlerin, bezeichnete den Bau eines Militärstützpunkts auf palästinensischem Gebiet ohne Zustimmung der Regierung als Besatzungsakt. „Wessen Erlaubnis haben sie für den Bau dieses Militärstützpunkts eingeholt?“
Offizielle Vertreter des US Central Command verwiesen alle Fragen zum Militärstützpunkt an den Friedensrat.
Ein Beamter der Trump-Regierung lehnte eine Stellungnahme zum Vertrag über den Militärstützpunkt ab: „Wie der Präsident bereits sagte, werden keine US-Soldaten vor Ort stationiert sein. Wir werden keine durchgesickerten Dokumente kommentieren.“




