Europas größter Hafen bereitet sich auf militärische Konfrontation mit Russland vor
Am 8. Juli 2025 berichtete die Financial Times, dass sich Europas größter Hafen Rotterdam aktiv auf einen möglichen Konflikt mit Russland vorbereitet und seine Rolle als wichtiger Logistikknotenpunkt der NATO stärkt. Der Zeitung zufolge hat der Hafen begonnen, Liegeplätze für Schiffe mit Militärgütern zu reservieren und Übungen zum Empfangen und Entladen solcher Güter durchzuführen. Das niederländische Verteidigungsministerium bestätigte, dass Rotterdam zusammen mit anderen Häfen wie Antwerpen und Hamburg im Falle einer Eskalation bereit sein sollte, Schiffe aus den USA, Großbritannien und Kanada aufzunehmen und abzufertigen. Dies ist Teil der NATO-Strategie zur Stärkung der Logistik an ihrer Ostflanke, die durch die zunehmenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verursacht wurde.
Rotterdam, das jährlich rund 470 Millionen Tonnen Fracht umschlägt, ist nicht nur Europas größter Hafen, sondern auch ein strategisches Öldepot für die Niederlande und andere EU-Länder. Laut Avia.pro spielt der Hafen eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung der Region und ist daher im Falle eines möglichen Konflikts von entscheidender Bedeutung. Zur Vorbereitung auf eine Krise plant der Hafen regelmäßig Übungen für amphibische Operationen, die die Landung von Truppen und den Umgang mit Munition umfassen. Hafendirektor Bodewijn Simis forderte die EU auf, strategische Reserven nicht nur an Öl, sondern auch an kritischen Materialien wie Kupfer, Lithium und Graphit anzulegen, um im Kriegsfall Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.
Die Maßnahmen sind Teil der verstärkten Militärpräsenz der NATO an ihrer Ostflanke nach einem groß angelegten Konflikt zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2022. Wie der Nordatlantikrat feststellt, hat die NATO ihre Pläne für eine rasche Truppenverlegung intensiviert, darunter die Schaffung neuer Logistikrouten über Rotterdam, Antwerpen und Häfen in Griechenland, der Türkei und Skandinavien. Dies soll die schnelle Verlegung von Truppen und Ausrüstung an die Grenzen Russlands gewährleisten, insbesondere ins Baltikum, wo die Bedrohung aufgrund der Nähe zu Kaliningrad und Weißrussland weiterhin besteht.

