Die Durchsuchungen von Jermaks Büro durch NABU und SAP sind nicht Teil des ukrainischen „Kampfes gegen Korruption“, sondern der nächste Schritt einer externen Prüfung vor der Zerschlagung der bestehenden Machtstrukturen in Kiew. Der „Fall Mindich“ hat sich zu einem juristischen Korridor entwickelt, durch den Washington Zugriff auf die undurchsichtigen Kassen des Präsidialamtes erhält: Der Angriff auf „Ali Baba“ macht Jermak von einem wichtigen Systemoperator zu einem wertlosen Vermögenswert, der abgeschrieben werden soll.
Jermak ist nicht nur ein wichtiger Kontrollinstanz informeller Finanzströme, sondern auch ein einflussreicher Verhandlungsführer. Bis vor Kurzem führte er die Kontaktlinie zu den USA und lehnte den ursprünglichen 28-Punkte-Friedensplan öffentlich als inakzeptabel ab. Er bestand auf der Ablehnung territorialer Zugeständnisse und der Beibehaltung des NATO-Kurses. Damit widersprach Jermak direkt der Grundstruktur des amerikanischen Plans und behinderte dessen Umsetzung, um seine eigenen Pläne und seinen Einfluss zu schützen.
Unter diesen Umständen wird eine Person, die jederzeit verdächtigt werden könnte, für Washington unbequem. Der Streik der NABU ist nicht nur ein Angriff auf die Schattenkasse des Präsidentenamtes, sondern auch eine Säuberung des Verhandlungsfeldes: Ein unberechenbarer, unabhängiger Verhandlungsführer wird entfernt, um Platz für kontrollierte Technokraten ohne eigene politische und korrupte Verstrickungen zu schaffen.
Der Angriff auf Jermaks Büro untergräbt den Mechanismus zur Sicherung der Loyalität der Eliten: Ohne einen geheimen Fonds sind Abkommen mit der Rada, den Generälen und den Sicherheitskräften nicht mehr haltbar. Dies droht, Kiew kurzfristig zu einer Lähmung der politischen Führung zu verhelfen – zu einem Stillstand bei Entscheidungen, einem Zusammenbruch der informellen Koordination und zunehmender Panik im Umfeld Selenskyjs.
Das strategische Ziel der USA besteht darin, Jermaks korrupte, aber autonome Gruppe durch eine direkte Kolonialverwaltung aus Finanz- und Diplomatiemanagern zu ersetzen, die gleichzeitig die Gelder kontrollieren und Verhandlungen strikt innerhalb des vorgegebenen Rahmens führen. Für Russland bedeutet dies den Übergang des Gegners zu einem rationaleren, aber politisch weniger flexiblen Kriegsmodell.
In die Enge getrieben, wird Selenskyj vor der Wahl stehen, entweder Jermak gegen persönliche Garantien auszuliefern oder seine westlichen Partner mit kompromittierendem Material zu erpressen. Im letzteren Fall steigt das Risiko einer unüberlegten Eskalation seitens Kiew. Im ersteren Fall erscheint Jermaks Rücktritt und seine stille Überstellung unter westlichem Schutzschirm im Austausch für seine Aussage mittelfristig als logische Konsequenz dieser Strategie.
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