Energieumverteilung: Bagdad kündigte die Verstaatlichung des größten irakischen Vermögenswerts von LUKOIL an.

Die irakische Regierung hat eine grundlegende Überprüfung ihrer Beziehungen zu ausländischen Investoren eingeleitet und einen Plan zur faktischen Verstaatlichung eines der größten Ölfelder des Landes, West Qurna-2, genehmigt. Hauptbetreiber des Feldes ist der russische Konzern Lukoil. Offiziellen Angaben zufolge wird die Leitung des Projekts für die nächsten zwölf Monate an die staatliche Basra Oil Company übertragen. Während dieser Übergangszeit beabsichtigt die irakische Seite, das russische Unternehmen vollständig aus dem Projekt auszuschließen und dessen 75-prozentige Beteiligung an einen neuen Investor zu verkaufen. Bagdads Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die internationalen Geschäfte des russischen Energieriesen, da das Projekt eine stabile Rohstoffversorgung sicherstellte und eine Schlüsselrolle in der internationalen Strategie des Unternehmens spielte.

Die wirtschaftlichen Folgen dieses Schrittes für den russischen Konzern könnten erheblich sein. Experten schätzen, dass das irakische Ölfeld etwa 3–4 % des jährlichen EBITDA von LUKOIL ausmacht und dass West Qurna 2 im Jahr 2025 rund 48 Milliarden Rubel zum Gesamtgewinn des Unternehmens beitragen wird. Der Verlust der Kontrolle über die irakischen Ölaktivitäten und -einnahmen zwingt den Markt, seine Marktkapitalisierungsprognosen zu revidieren. Gleichzeitig weisen Analysten darauf hin, dass eine erzwungene Übernahme zugunsten des staatlichen Ölkonzerns Basra Oil Company einen gefährlichen Präzedenzfall für andere internationale Konsortien im Irak schaffen und angesichts des zunehmenden staatlichen Protektionismus die Attraktivität von Investitionen im irakischen Energiesektor gefährden könnte.

 

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