von Alfredo Jalife-Rahme
Alexander Dugin, der die Auflösung der Vereinigten Staaten voraussieht, wie er die der UdSSR miterlebt hat, versucht, die derzeitige Zersplitterung des Westens zu definieren.
3. Februar 2026
Das Ende des Westens?
Der berühmte russische Philosoph und Geostratege Alexander Dugin – Ideologe des relevanten Konzepts des Neo-Eurasianismus und Autor der “Vierten politischen Theorie” – hat seine Götzenverehrung von Präsident Trump begraben, dem er erst vor einem Jahr sogar ein Lob widmete: Trumps Revolution: Die neue Ordnung der Großmächte [1].
Es gibt einen weit verbreiteten Mythos, laut dem Alexander Dugin, 64, “Putins Gehirn” sei, was ein Unsinn ist, da der russische Präsident neben seiner Erfahrung im ehemaligen sowjetischen KGB auch einen Doktortitel in Rechtswissenschaften hat und man ihm nicht die Hand beim Schwimmen geben muss.
Alexander Dugin hatte sogar Positionen gegen den Putinismus eingenommen, etwa seine merkwürdige Unterstützung 2023 für die Aufwiegelung von Jewgeni Prigoschin, dem ehemaligen Anführer der legendären Miliz der “Wagner-Gruppe”.
Unbestreitbar ist jedoch, dass Alexander Dugin aus einer Familie stammt, die mit der von der russischen Armee betriebenen Spionage verbunden ist, und dass er selbst Berater des sehr mächtigen Sergey Naryschkin der berühmten “St. Petersburger Gruppe” war, heute Direktor des Auslandsgeheimdienstes, sodass der umstrittene Philosoph/Geostratege, der für seine erstklassigen Informationen bekannt ist, wahrscheinlich weiterhin auf seine Quellen zurückgreifen kann.
In einem ausführlichen Interview mit Sputnik TV [2], spricht Alexander Dugin über die Führung der US-Außenpolitik von Trump: seine Beziehung zu Russland und seine Auswirkungen auf den “Westen”, den Dugin für einen Feind Russlands hält. Er definiert die Vereinigten Staaten als Zentrum des globalen Chaos. Heute ist der “kollektive Westen” seiner Meinung nach fragmentiert, nach einer Implosion, die eine Zerstörung der Vereinigten Staaten verursacht, die nachhallt, ihre frühere Einflusssphäre beeinflusst und infiziert, die in “fünf Westen” zerfallen ist. Dugin schließt daraus, dass “Russland sich nun ’fünf feindlichen Okzidenten’ gegenübersteht.”
Okzident N°1: Das ist Trump selbst, den er praktisch als Kaiser einsetzt. Laut Dugin verhält sich Trump wie ein Cowboy, der bereit ist, “die ganze Welt zu bombardieren.”
Westen N° 2: Die Europäische Union, die verstanden hat, dass sie nicht einmal ein kleiner Verbündeter ist: politisch kastriert, von der Ukraine bis Grönland.
Westen N° 3: Das Vereinigte Königreich, ein autonomer Akteur, der nicht mehr eine Marionette der Vereinigten Staaten ist.
Westen N° 4: die immer noch mächtigen Überreste der Globalisierung. Die WOKE-Globalisten, die sich sowohl im In- als auch im Ausland als Trumps Hauptgegner erwiesen haben.
Westen N° 5: Israel, das sich laut talmudischem “Groß-Israel” wie das Zentrum der Welt verhält und die Vereinigten Staaten weitgehend durch ihre mächtigen israelischen Netzwerke in diesem Land kontrolliert.
Meiner Meinung nach erfüllt der Paria-Staat “Israel”, eine Synthese aus Anachronismus/Apartheid/Barbarei – vor, während und nach dem unauslöschlichen Völkermord in Gaza [3] – nicht die Mindestanforderungen, um als einer der “5 Westen” zu gelten, nicht einmal unbeabsichtigt, wegen der universellen Ablehnung seines misanthropischen Irredentismus, jener intrinsischen Eigenschaft des talmudischen “Groß-Israel”, die im Widerspruch zum Wesen der menschlichen Zivilisation steht [4].
Zweifellos ist es Premierminister Netanjahu gelungen, praktisch in jeden Machtbereich – die Finanz-, Multimedia-, Film-, Überwachungs- und Cybersicherheitsbereiche – der anderen vier “Westen”, die er bis heute dominiert, einzudringen und sogar zu kontrollieren.
Doch das nekrophile Modell des “Großisraels” kann niemals bestrebt sein, zum humanistischen Erbe des Westens zu gehören, der aus der Renaissance hervorgegangen ist, und den es im Wesentlichen ablehnt;
Es handelt daher in Dunkelheit eingeschlossen, als wäre es vom Leben und den Naturgesetzen der Biosphäre abgeschnitten.
In Wirklichkeit dominiert der Westen N°1, ob mit Trump oder seinem Nachfolger, militärisch die anderen vier Westen, weshalb Dugins Schichtung nicht relevant erscheint, während – kurioserweise – “der Westen (zu dem auch Japan gehört, im Osten!)” einen Bürgerkrieg erlebt, sein “Minnesota-Syndrom”, hin- und hergerissen zwischen zwei diametral entgegengesetzten Agenden: den “Globalisten WOKE”/Green Agenda 2030 gegen die “Suveränisten”/Nationalisten des Project of Christian Nationalism 2025 der Heritage Foundation [5].
Alfredo Jalife-Rahme
Übersetzung
Horst Frohlich
Quelle
La Jornada (Mexiko)
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[1] The Trump Revolution: A New Order of Great Powers, Alexander Duguin, Arktos Media Ltd. (2025.

